Es ist ganz wichtig, dass sie ihr Kind ernst nehmen. Viele Eltern erleben es als sehr belastend, wenn ihr Kind Suizidgedanken äußert. Ein häufiger Umgang bei emotionaler Überforderung der Eltern ist, dass sie entweder gar nicht oder sehr stark reagieren. Es ist gut, dem Kind gegenüber zu äußern, dass sie sich Sorgen machen. Wenn sie jedoch selber emotional in Not geraten, holen sie sich Unterstützung durch mit Suizidalität erfahrenen Fachpersonen in Beratungsstellen oder therapeutischen Einrichtungen, um einen angemessenen Umgang mit der Situation zu finden.

Folgende Dinge können sie umsetzten, um weitestgehend für Klarheit und Sicherheit zu sorgen:

Sichere Umgebung: Gestalten sie eine möglichst sichere Umgebung. Das bedeutet, potenzielle Dinge die zum Suizid benutzt werden können zu beseitigen wie z.B. starke Medikamente, Rasierklingen etc. Sie können nicht für 100 % prozentige Sicherheit sorgen, ihr Kind sollte aber zumindest im Sichtfeld nichts erkennen können und leicht zugänglich finden, was geeignet ist sich zu suizidieren.

Einen Notfallplan erstellen:

  • Wie kann ihr Kind sich von Suizidgedanken ablenken.
  • Was traut es sich zu, selbstständig zu machen und was nicht.
  • Wie können sie selber ihrem Kind beistehen, wenn es ihm schlecht geht.
  • Wie und wann sagt ihr Kind konkret Bescheid, wenn es die Befürchtung hat, sich etwas anzutun.
  • Ab wann wird professionelle Hilfe in Anspruch genommen und in welcher Form, bei welcher Stelle (Adresse und Telefonnummer)

Halten sie dies schriftlich fest und erklären sie es für beide Seiten als verbindlich, dass danach gehandelt wird. Sorgen sie dafür, dass sie Vereinbarungen immer griffbereit sind, z.B. auf einem kleinen Zettel oder auf dem Smartphone.

Wenn sie starke Zweifel haben, ob ihr Kind sich etwas antut, scheuen sie sich nicht, in die nächste Klinik zu fahren oder den Notruf anzurufen.

Links, Telefonnummer für weitergehende Informationen

  • Telefonseelsorge

Hier können Sie rund um die Uhr mit Menschen reden, die im Umgang mit Krisen geschult und geübt sind. Es ist auch eine Mail- und Chatberatung möglich.

www.telefonseelsorge.de / App: „KrisenKompass“

Tel. (kostenfrei): 0800/111 0 111, 0800/111 0 222, 0800/116 123

 

 

  • Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention

Hier finden Sie eine umfassende Liste überregionaler und regionaler Beratungsstelle und Hilfen bei Suizidgefahr. (www.suizidprophylaxe.de).

  • Freunde fürs Leben

Informationen zum Thema Suizid finden sich auf der Suizidpräventionsplattform (www.frnd.de).

  • Bundeskonferenz für Erziehungsberatung

Hier können Sie Informationen zu örtlichen Erziehungsberatungsangeboten erhalten oder online Beratung in Anspruch nehmen. (www.bke.de)

  • Notrufnummer 112: Rufen Sie hier an, wenn Sie im Augenblick keine Garantie mehr für das Leben ihres Kindes übernehmen können.
  • Sollten Sie sich selbst in der Lage fühlen, ihr Kind in die Notaufnahme eines kinder- und jugendpsychiatrischen Krankenhauses zu bringen, dann können Sie sich auch gemeinsam mit ihrem Kind dahin begeben. Die Adresse der Notaufnahme können Sie telefonisch erfragen.
  • Grundsätzlich bieten die Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste (Sozialpsychiatrischen Dienste – SPDI) sämtlicher Städte und Kommunen in Deutschland Beratung und (Krisen-)Hilfe für Eltern bei psychischen Erkrankungen an. Leider gibt es keine einheitliche Kontaktmöglichkeit der sozialpsychiatrischen Dienste. Leicht lässt sich der zuständige Dienst aber über das Internet ermitteln.

Literaturhinweise:

https://psychologische-coronahilfe.de/beitrag/elterninfo-suizidales-erleben-und-verhalten-bei-kindern-und-jugendlichen/